Mein Blog

Kreieren

Ich bin süchtig. Süchtig danach zu kreieren. Das ist mir wohl erst sehr spät aufgefallen. Bevor ich das erkannt hatte, war der größte Kick für mich, Computerspiele zu spielen. Natürlich spiele ich immer noch das ein oder andere Mal, aber nicht mehr als vierzig Stunden im Jahr und wenn, dann am liebsten auf dem Sofa mit einem guten Freund. Im Nachhinein bereue ich, dass ich nicht früher mit Kreieren begonnen habe, weil ich mir immerzu vorhalte wie gut ich in manchen Dingen wäre, hätte ich doch früher damit angefangen. Trotzdem bin ich froh, dass der Drang zu „zocken“ schnell durch das Verlangen zu kreieren verdrängt wurde. Dieser Vorgang verlief relativ schnell durch den Informatikunterricht während der Abiturzeit, als ich endlich programmieren lernte. Es war die wahnsinnig aufregende Zeit als ich mit Chris K. an allen möglichen Projekten getüftelt habe und mich fühlte als könne ich alles umsetzen was mir in den Sinn kommt. Ein unglaublich berauschendes Gefühl. So wurden schlaflose Nächte des „Daddelns“ zu schlaflosen Nächten des Programmierens. Bitte versteh mich nicht falsch. Mit Kreieren meine ich nicht ausschließlich Programmieren. Das gilt zum Beispiel genau so für Konzeptentwicklung, T-Shirts designen, Filme drehen, Hörspiele schreiben und aufnehmen (ja ernsthaft, es gibt leider erst zwei) oder Events, wie unser alljährlich stattfindendes Grundschulfußballturnier auf die Beine zu stellen. Kreieren kennt hier keine Grenzen. Es gibt für mich sehr wenig, das mich nachhaltig so befriedigt und berauscht wie die Präsentation eines neuen Produktes an dem ich mitgearbeitet habe. Dies Erkenntnis traf mich während meines Studiums, als ich mehr als genug Zeit hatte zu kreieren und präsentieren.

Weil ich weiß wie viel Arbeit darin steckt zu kreieren, liebe und respektiere ich auch gut gemachte Kreationen anderer. Auch hier ist es egal ob es sich um ein gut gemachtes Stück Software, feine Musik, fantastische Filme, aufregende Theaterstücke, coole Kunst, kreative Möbel, oder um eine exzellente Flasche Sekt handelt. Eine Kreation in die Welt zu setzen die von Dritten beurteilt und kritisiert wird ist nie einfach und kann ganz schön furchteinflößend sein. Nicht nur das Veröffentlichen ist schwierig. Der Weg zu einem eigenen Produkt kann hart sein. Darum bin ich der Meinung, dass jede Kreation, egal wie klein, immer erstmal wertgeschätzt werden sollte. Produkte, die mit mehr Kommerz im Sinn als Herz geschmiedet wurden lassen sich immer schnell erkennen und sind von dieser Wertschätzung selbstverständlich ausgeschlossen. Leider gibt eine Vielzahl von Menschen die anders mit Kreationen umgehen. Menschen die meistens nur konsumieren. Sie sehen weder Schweiß noch Blut die in ein Produkt geflossen sind und besitzen nicht den kleinsten Funken Respekt. AppStore-Bewertungen sind das perfekte Beispiel für solche Menschen. Es bricht mir jedes mal das Herz wenn ich die Rezensionen einer kostenlosen App von einem unabhängigen Entwickler lese und sehe wie seine Kreation mit nur einem Stern bewertet wurde weil Funktionalität x oder y fehlt, oder sogar wegen so etwas nichtigem wie einer fehlenden Übersetzung ins Deutsche. Ich bin mir sicher, jeder Kreator kennt eine ähnliche Situation in der ein konsumierender Simpel voller Ignoranz blind und unkonstruktiv kritisiert und einem dieses unvergleichlich niederschmetternde Gefühl gibt.

Schreiben

Ich wollte schon vor längerer Zeit einen eigenen Blog starten um über Dinge zu schreiben die mich aktuell beschäftigen. Zum einen als Ventil und zum anderen als Übung zum Schreiben selbst. Zusätzlich soll es dabei helfen bestimmte Themen besser zu verstehen, denn um informiert über ein bestimmtes Thema zu schreiben muss man ein Thema erstmal so richtig begriffen haben. Außerdem ist auch mir, wie schon vielen Informatikern vor mir, endlich aufgefallen, dass es nicht reicht jeden Tag lediglich API-Dokumentationen zu lesen und Quellcode zu schreiben. Damit meine ich auch mal ein richtiges Buch in die Hand zu nehmen, auch wenn es nur schwer in den Alltag passt, und eben echte Worte zu schreiben. Natürlich könnte ich auch den zweitausendsten Versuch wagen ein Tagebuch zu führen, aber die eintausendneunhundertneunundneunzig Versuche davor, in denen ich sogar ein eigenes Programm für diesen Zweck geschrieben habe, lehrten mich, dass das für mich nicht funktioniert. Ich bin an bestimmten Themen interessiert und halte es teilweise für wichtig, dass ich anderen über diese Themen aufklären kann, oder sie zumindest näher bringe.

Zögern

Ich habe mich wirklich lange davor gedrückt öffentlich zu schreiben, genau so wie ich mich lange davor gedrückt habe eigene Projekte/Produkte zu veröffentlichen. Im Nachhinein hat mir diese Erfahrung aber sehr viel gebracht. In der Öffentlichkeit zu stehen und von Anderen bewertet zu werden kann hart sein. Es ist allerdings auch einer der stärksten Motivatoren um sich von seiner besten Seite zu zeigen und sich schnell zu verbessern.

Diese Erfahrung kommt vor allem durch die Entwicklung meiner ersten zwei öffentlichen Produkte. Das erste war Macrowave, ein mittlerweile eingestelltes Produkt bei dem ich erst sehr viel gearbeitet habe und es viel zu spät anderen zum kritisieren gezeigt habe. Diesen Fehler wollte ich bei Vagabundo nicht wiederholen und habe direkt die erste funktionierende Version meinen Freunden und Familie gezeigt. Dadurch konnte ich nicht nur viel über neue Technologien lernen, die ich dafür benutzt habe, sondern auch über die teils doch sehr verschiedenen Wünsche meiner Benutzer und ihre Probleme. Ähnliche positive Erfahrungen erhoffe ich mir durch den Start meines eigenen Blogs. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich diesen schon seit der Veröffentlichung von lucas.love geplant. Allerdings habe ich, wie schon so oft mit anderen Dingen prokrastiniert und schließlich nie angefangen. Dabei habe ich mir selbst Probleme gemacht wie:

  • Der Blog soll aber zweisprachig sein
  • Welche Software nutze ich dafür?
  • Was ist mit einem Newsletter?
  • Brauche ich ein Konzept?
  • Wird das überhaupt Irgendjemand lesen?
  • Wie performant und schick kann ich das Ganze gestalten?

Letztendlich habe ich um dem Lindy Effekt (Umso länger ich nicht anfange, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ich nie anfange) entgegen zu wirken, alle Probleme beiseite geschoben. Denn irgendwann viel mir auf, dass ich den wichtigsten Teil eines Blogs komplett aus den Augen verloren hatte. Den Inhalt. Genau wie bei meinen Projekten spielt es überhaupt keine Rolle mit welcher Technologie oder wie überhaupt entwickelt wird. Das einzige was zählt ist der Inhalt und das ich damit anfange. Deshalb habe ich folgende Entscheidungen getroffen:

Der Blog wird erstmal nur deutschsprachig sein. Klar verliere ich dadurch an Reichweite, aber mir ist erstmal wichtig anzufangen, und in der Muttersprache tippt es sich immer noch am leichtesten.

Ich nutze Ghost. Für alle nicht-Nerds: Ghost ist im Prinzip genau wie Wordpress eine Software um einen Blog zu verwalten. Meiner Meinung nach aber besser.

Newsletter kommt später wenn die ersten paar Artikel überhaupt angeschaut werden. Ihr wollt ihn früher? Dann sagt mir bitte bescheid.

Ich starte komplett konzeptlos. Ich werde einfach über alles schreiben was mir in den Sinn kommt: Privatsphäre, Technik, Digital Detox, der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein, Reisen, Tutorials, ganz egal.

Es spielt überhaupt keine Rolle ob das hier jemand liest oder nicht. Wenn ich nicht damit anfange werde ich es nie herausfinden und falls es wirklich niemand liest, ist es trotzdem noch ein nettes Ventil für meine Gedanken.

Der Blog wird sowieso lächerlich schnell und ästhetisch weil es eines der wenigen Dinge ist die ich mit absoluter Selbstsicherheit beherrsche.

Falls du ein ähnliches Vorhaben verfolgst, meld dich doch einfach mal bei mir oder fang einfach an. Schließlich bin ich dir jetzt schon einen Schritt voraus.

XOXO Lucas