Flugmodus

In den folgenden Absätzen werde ich über den teils negativen Einfluss von Internet und vor allem Smartphones auf die eigene Psyche schreiben. Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen und ich möchte dich dazu anregen deinen eigenen Konsum zu hinterfragen und Tipps geben, wie sich gesünder mit der aktuellen Situation umgehen lässt. Obwohl ich Smartphones liebe, möchte ich hiermit hauptsächlich erreichen, dass du zukünftig weniger Zeit an deinem verbringst und wieder mehr am wahren Leben teilnimmst. Flugmodus.

Push-Benachrichtigungen

Jeder kennt Push-Benachrichtigungen. Es sind die kleinen Nachrichten die auf dich warten nachdem du dein Smartphone aus der Hosentasche ziehst um nachzusehen was neues auf dich wartet. Für mich sind sie wahrscheinlich der spannendste Teil am ganzen Smartphone. Wenn ich auf mein iPhone schaue und eine neue Nachricht von einem Freund sehe, macht sich umgehend das Dopamin bemerkbar, dass mein Gehirn gerade ausgeschüttet hat. Ich freue mich. Warte ich allerdings auf eine Nachricht und schaue alle 30 Sekunden auf mein Telefon macht sich relativ schnell die Abstinenz dieses Stoffes bemerkbar. Ich werde nervös und warte ungeduldig auf den nächsten Kick. Lehrbuch Suchtverhalten. Ich bin mir sicher, dass dir diese Situation bekannt vorkommt. Das ist kein Zufall. Später mehr dazu.

Nehmen wir dein Smartphone als Beispiel. Ich bin mir sicher, einige dieser Benachrichtigungen werden dir bekannt vorkommen:

  • Netflix: Staffel 3 von Atypical ist jetzt verfügbar
  • Facebook: Florian hat seit langem mal wieder was gepostet
  • ASOS: ? unsere neuen Sommerdeals sind angekommen. Nutze den Gutscheincode #HOTSUMMER und spare 20 % beim Kauf jeder hose
  • Snapchat: pokeboy32 hat dich als Freund hinzugefügt

Keine dieser Nachrichten ist wirklich nützlich für dich. Sie bringen dich aber nach einer neugierig machenden, doch sanften Vibration in deiner Hosentasche dazu dein Smartphone rauszuholen und nachzuschauen was es neues gibt. Dem einzigen dem das wirklich nutzt sind irgendwelche "Growthhacker" und "Marketinggenies" die dich so wieder zurück in den Bann ihrer App ziehen und dich dazu bringen, dir eine neue Hose mit 20 % Rabatt zu kaufen. Push-Benachrichtigungen sind nach mehreren Studien der beste Weg um eine anhaltende Bindung zu einem Kunden/Nutzer herzustellen. Das funktioniert so gut, dass es alleine für das Versenden von Benachrichtigungen und dem Analysieren des Nutzerverhaltens etliche Startups existieren, die von Investoren nur so mit Geld beworfen werden. Es gibt online unzählige Kurse die einem lehren wie man eine Benachrichtigung verfasst, die Kunden zurück in eine App locken. Im Endeffekt verbringst du so mehr Zeit an deinem Gerät als du eigentlich wolltest, denn es war keine Entscheidung die du bewusst getroffen hast. Sie wurde für dich getroffen.

Die Ironie besteht darin, dass Push-Benachrichtigungen ursprünglich erfunden wurden damit du weniger Zeit am Smartphone verbringen musst. In den frühen 2000ern startete BlackBerry mit einem Feature namens Push-E-Mail, was den Vorteil hatte, dass du eben nicht mehr jede Stunde deinen Posteingang aktualisieren musstest um zu sehen ob es etwas neues für dich gibt. BlackBerry versprach, dass dein Smartphone sich melden wird, sobald du eine neue E-Mail erhalten hast. Revolutionär. Apple weitete das ganze 2008 auf ihr gesamtes Betriebssystem iOS aus und Google legte mit Android kurze Zeit später nach. Der Rest ist Geschichte. Mit dieser neuen Technologie wurde jeder App ermöglicht, jederzeit in dein Leben zu hüpfen und auf sich aufmerksam zu machen. Muss das sein?

Das Hauptproblem besteht nicht nur darin, dass darüber versucht wird, unauffällige Werbung zu verschickt und es unseren Alltag stört. Es zerstört zusätzlich jegliche Produktivität. Simples Beispiel: Ich bekomme folgende Push-Benachrichtigung: "Rainer Zufall gefällt dein Foto" Ich freue mich kurz, öffne Instagram und verliere mich wieder im unendlichen Sog des perfekt gestalteten Newsfeeds. Die nächsten 10 Minuten meines Lebens gehören jetzt dem "Gram". Ist das noch Kontrolle? Die Information war nicht nur nichtig, sondern hat in meinen Tag eingegriffen und mich von was auch immer ich gerade gemacht habe abgelenkt. Wem bringt das was? Nur Instagram und deren Werbepartner, die auf der Plattform Werbung schalten. Ich bin mir sicher, 10 Minuten später wäre ich ohne die Information genau so glücklich gewesen. Wahrscheinlich erinnere ich mich bereits garnicht mehr daran, dass Volker mein Foto gefallen hat. Mein Fokus ist trotzdem zerstört und ich muss mich erneut auf das Konzentrieren was ich vorher gemacht habe. Ein anderes Beispiel ist natürlich das Autofahren. Wir sind so süchtig nach Push-Benachrichtigungen, dass "Text and Drive", Alkohol am Steuer als Unfallursache überholt hat. Das ist natürlich ebenfalls auf den erheblichen Suchtfaktor zu schieben, den die Push-Benachrichtigungen mit sich bringen. Man kann kaum erwarten nachzuschauen was das kleine Technikwunder für einen bereithält. Willst du wegen eines ASOS Rabattcodes das Risiko eingehen dich und andere Menschen in Gefahr zu bringen? Ich auch nicht.

Mein Lösungsansatz besteht darin bestimmte Benachrichtigungen einfach zu deaktivieren. Verdient ASOS, Zalando und Co wirklich die Berechtigung mich jederzeit stören zu dürfen? Muss ich wirklich wissen ob eine neue Netflix-Serie zum Streamen bereit steht? Ich denke nicht. Ich würde sogar behaupten, dass alle Benachrichtigungen von Apps die keine Messenger sind direkt deaktiviert werden sollten. Leider gibt es im Moment keinen vernünftigen Weg das durchzuführen. Klar kann man für jede App einzeln einstellen ob sie einem Benachrichtigungen schicken dürfen oder nicht, aber das ist bei der Menge von Apps die man heutzutage installiert hat nicht wirklich praktikabel. Ich selbst verwende seit zwei Jahren den "Nicht stören"-Modus von iOS und kann es nur weiterempfehlen. In diesem Modus wird dein iPhone weder vibrieren noch einen Ton von sich geben wenn du neue Benachrichtigungen erhältst. Ausnahmen, wie Telefonate und Nachrichten von bestimmten Kontakten können schnell eingerichtet werden. Die erste Zeit wirst du zwar mehr auf dein Smartphone starren weil sich dein Gehirn erst an das fehlende Dopamin gewöhnen muss, aber nach einer Weile holst du dir so wieder deine verlorene Zeit zurück weil du dein Gerät zurecht immer weniger in der Hand hältst und wieder mehr lebst. Zusätzlich achte ich bewusst darauf welche Apps mir Benachrichtigungen senden und wie nützlich sie für mich sind. An dieser Stelle muss ich leider mal Facebook und Instagram loben, die einem die Möglichkeit bieten, einzustellen für welche Ereignisse man Benachrichtigungen erhalten möchte und für welche nicht. So kann man zum Beispiel lästige "like"- und "follow"-Meldungen komplett deaktivieren ohne den eingebauten Messenger-Dienst nutzlos zu gestalten. Das Schöne am "Nicht stören"-Modus ist zwar, dass Nachrichten einen nicht mehr direkt unterbrechen, allerdings wird man trotzdem noch schnell abgelenkt nachdem man wieder auf sein iPhone schaut, weil alle zuvor still zugestellten Benachrichtigungen bereits auf einen warten. Ich selbst experimentiere deshalb im Moment damit Nachrichten nur in der Mitteilungszentrale anzeigen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass mir Benachrichtigungen nur angezeigt werden wenn ich mein iPhone bereits entsperrt habe und bewusst danach suche. So bin wieder ich der Einzige in Kontrolle meiner Aufmerksamkeit und nicht irgendeine dritte Firma.

Meine Tipps:

  • Nutze den "Nicht stören"-Modus deines iPhones
  • Deaktiviere nichtige Benachrichtigungen
  • Don't Text and Drive

Der einarmige Bandit

Stell dir vor du entwickelst eine App. Wie lockst du deine Nutzer wieder zurück? Ganz einfach. Baue einen einarmigen Banditen.

Instagram Pull to Refresh

Kommt dir die Geste des "Pull to Refresh" (Zum Aktualisieren ziehen) in Zusammenhang mit einem einarmigen Banditen nicht auch ungewöhnlich vertraut vor? Die Bewegung ist schon sehr ähnlich.

Der Grund warum Spielautomaten funktionieren nennt die Psychologie Verstärkung. Kurzgesagt - um die Suchtgefahr zu steigern müssen Entwickler und Designer die Aktionen eines Nutzers (wie das Ziehen eines Hebels) mit einer variablen Belohnung verknüpfen. Man zieht an einem Hebel und bekommt entweder eine verlockende Belohnung oder eben Nichts. Der Effekt wird verstärkt wenn die Rate der Belohnung so variabel wie möglich gestaltet wird. Ich denke ich muss an dieser Stelle nicht noch mal darauf eingehen wie gut dieses Prinzip für die Glücksspielindustrie funktioniert. Es gibt schließlich einen Grund dafür, dass Glücksspiele in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt sind. Stattdessen zeige ich dir, dass dieses Prinzip so gut funktioniert, dass es sogar Tiere süchtig macht.

Das Schlimme - Wir alle haben einen einarmigen Banditen in unserer Hosentasche:

  • Du ziehst dein Handy aus der Hosentasche? Du ziehst am Hebel um zu sehen welche Benachrichtigungen du bekommen hast.
  • Du swipest nach unten in deiner E-Mail-App? Du ziehst am Hebel um zu schauen ob du neue E-Mails hast.
  • Du swipest durch deinen Instagram/Facebook/Twitter-Feed? Du ziehst am Hebel um zu sehen welche Posts dir als nächstes angezeigt werden.
  • Du swipest Gesichter in Tinder nach links und rechts? Du ziehst am Hebel um zu sehen ob du ein neues Match hast.

Natürlich sind nicht alle Beispiele gestaltet worden um uns süchtig zu machen. Einige davon sind per Zufall passiert. Schließlich profitiert keine Firma der Welt wenn wir unsere E-Mails fünf mal am Tag aktualisieren. In anderen Fällen wird aber mit Absicht dieses Prinzip von "Verstärkung" angewandt weil es -simpel gesagt- gut fürs Geschäft ist.

Ich bin der Meinung, dass hier noch sehr viel ungenutztes Potential seitens Apple und Google besteht um diese Vorgänge weniger suchterzeugend zu gestalten und die Nutzer besser zu schützen. Nennenswert ist hier allerdings das neue "Bildschirmzeit"-Feature von Apple mit dessen Hilfe das Nutzen von bestimmten Apps zeitlich begrenzt werden kann. Ich selbst habe es aber ehrlich gesagt noch nicht ausprobiert.

Meine Tipps:

Leider habe ich zu diesem Thema keinen richtigen Tipp für dich. Falls du Kinder hast denke aber bitte daran, dass es einen Grund dafür gibt, dass Glücksspiele erst ab 18 Jahren erlaubt sind. Du würdest dein Kind ja auch nicht mit in eine Spielothek nehmen. Warum dann eine für die Hosentasche kaufen? Ich weiß, ich weiß, ab einem bestimmten Alter gehört das einfach dazu. Dann gibt es aber immer noch die Möglichkeit die Suchtgefahr durch Funktionen wie "Bildschirmzeit" zu regulieren.

Dein Smartphone ist nicht die Speisekarte deines Lebens

Wir leben in einer freien Gesellschaft. Das ist allen klar. Jeder kann für sich selbst aus freien Stücken Entscheidungen treffen. Jeder kann sich aus der Speisekarte des Lebens aussuchen was er gerne möchte. Die Gefahr des Smartphones und Internets besteht darin, dass dir eine Speisekarte vorgesetzt wird, die du nie gewählt hast.

Ein Beispiel: Du sitzt zusammen mit deinen Freunden in einer fremden Stadt in einem Restaurant. Ihr habt gerade zu Abend gegessen. Das Restaurant schließt bald. Ihr fragt euch was ihr noch machen könnt. Du öffnest TripAdvisor um Empfehlungen in der Nähe zu finden und bekommst eine Liste von Bars angezeigt. Deine Freunde machen das selbe. Alle starren auf ihr Telefon und suchen jetzt nach Bars in der Nähe. Ihr vergleicht Fotos von Cocktails und natürlich Bewertungen. Dient diese Art von Speisekarte noch eurem eigentlichen Anliegen? TripAdvisor hat gerade eure eigentliche Frage "Was können wir heute noch machen? mit der Frage "Was ist eine Bar mit guten Fotos von Cocktails" ersetzt. Noch viel schlimmer, eure Gruppe erliegt jetzt der Illusion, dass TripAdvisor eine vollständige Auswahl aller Möglichkeiten darstellt, was ihr heute Abend noch machen könnt. Während ihr auf eure Telefone starrt, seht ihr nicht die Band die gerade Live-Musik im Park gegenüber spielt. Ihr verpasst das Volksfest, 2 Straßen weiter, auf dem es Wein und Crêpes gibt. Nichts von beiden taucht auf der Speisekarte von TripAdvisor auf.

Ähnliches lässt sich natürlich auch auf Google-Anfragen und eigentlich fast alle Bereiche des Lebens (Informationen, Veranstaltungen, Freunde, Berufe, Dating) übertragen. Umso größer die Speisekarte ist die wir von unserem Smartphone bekommen, desto mehr gehen wir davon aus, dass unser Smartphone die nützlichste Speisekarte ist um eine Entscheidung zu treffen. Doch ist das wirklich so?

Ist die nützlichste Speisekarte, die mit der größten Auswahl?

Genau hier ist Vorsicht geboten. Wir dürfen uns nicht blind der Speisekarte des Smartphones/Internets ergeben. Sonst werden wichtige Fragen des Lebens davon manipuliert.

  • "Wer hat heute Abend Zeit?" wird schnell zu "Wer sind die letzten Leute mit denen ich geschrieben habe?"
  • "Was passiert in der Welt?" wird schnell zu Instagram-Stories oder einem anderen Newsfeed.
  • "Wer will mit mir auf ein Date gehen" wird schnell zu einer Tinder Speisekarte auf der man Gesichter hin und her swipen kann, anstatt auf lokale Veranstaltungen mit Freunden zu gehen.
  • "Ich habe Langweile" wird schnell zu 3 Social Media Apps die nacheinander durchgeschaut werden bis wieder bei der ersten angefangen wird.

Social Media

Jeder sollte schon verstanden haben, dass Social Media Apps wie Facebook, Instagram und Co nicht kostenlos sind, sondern zu einem Preis kommen. Man zahlt zwar nicht mit seinem Geld, dafür aber mit seinen Daten. Das ist aber ein komplett anders Thema.

Mir geht es darum sich Gedanken zu machen welchen Newsfeed du sehen möchtest. Was du täglich konsumierst. Willst du noch mehr Fotos von Essen, ver­meint­lich glücklichen Fremden beim Bereisen der Welt oder kurze Clips mit schlechten Witzen sehen? Du kannst für dich selbst entscheiden. Natürlich wird dir zusätzlich immer noch Werbung angezeigt auf die du keinen Einfluss hast. Du hast aber Einfluss auf den Rest deines Feeds. Am besten wäre es natürlich den Newsfeed nie anzuschauen und stattdessen ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich weiß, ich weiß, es ist schwer. Falls das nicht klappt ist es allerdings extrem wichtig stets aufmerksam und skeptisch zu bleiben. Wer aktuelles Weltgeschehen verfolgt, sollte schon mitbekommen haben, dass dort Meinungen manipuliert werden ohne Ende. Es werden dort wieder Schlingen geknüpft und Messer gewetzt. Ein toxischer Ort. Rechtes Gedankengut verbreitet sich wieder mal in Rekordgeschwindigkeit. Traurig. Das ist gefährlich und betrifft jeden Nutzer. Wir reden hier nicht von ein paar Tausenden, sondern von Millionen von Menschen die für selbstsüchtige Zwecke mobilisiert werden. Stichworte hierzu sind Donald Trump und der Brexit. Aktuelle Schlagzeilen von Facebook und Zuck lassen vermuten, dass sich das in naher Zukunft auch nicht ändern wird. Facebook hat einfach kein Interesse daran weniger Werbung auf ihrer Plattform zu verkaufen. Es geht wie immer ums Geld. Ich persönlich sehe das wie Borat (Sasha Baron Cohen) - Facebook würde sogar Hitler antisemitische Werbung kaufen lassen.

Ich vertraue dir, dass du stets wachsam bleibst.

Natürlich hört es bei politischer Manipulation nicht auf. Ich betrachte das "folgen" von "Influencern" als äußerst kritisch. Man schaut sich hierbei Bilder und Videos an, die teilweise von ganzen Produktionsfirmen erstellt wurden und ein komplett unrealistisches Lebensbild vermitteln. Nicht mal die Personen in den Fotos und Videos leben so wie die Personen in den Fotos und Videos. Das ist vor allem für Kinder und Jugendliche äußerst gefährlich. Es werden einem unrealistisch hohe Erwartungen an das eigene Leben und das seiner Mitmenschen vermittelt. Das macht langfristig traurig und depressiv, weil es in den jungen Köpfen eine falsche Vorstellung von Erfolg und Glückseligkeit platziert. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für dich und mich. Egal wie sehr wir versuchen es zu verleumden, es hat und wird unser Unterbewusstsein anhaltend verändern.

Zusätzliche halte ich es für äußerst fragwürdig warum ich Menschen "folgen" sollte deren einziges "Talent" darin besteht, gut auszusehen, in teuren Hotels zu liegen und Köstlichkeiten zu fotografieren, wenn ich das ganze doch sowieso selbst schon mache? Natürlich nur Spaß. Den Spaß daran, solchen Figuren zu folgen habe ich allerdings schon lange verloren. Wer es noch nicht verstanden hat - der Job eines "Influencers" besteht darin Produkte zu bewerben und durch seine Reichweite zu vermarkten. Das bedeutet letzendlich wieder nur - wir sind das Produkt.

Ich weiß ich schimpfe viel, aber es ist nicht alles verloren. Es gibt auch echte Schätze, die darauf warten gefunden zu werden. Wie zum Beispiel eva.stories, ein Instagram-Konto das zeigt wie es ausgesehen hätte, wenn ein junges jüdisches Mädchen während des Holocausts gepostet hätte.

Denke daran - Du entscheidest für dich alleine was du sehen willst.

Meine Tipps:

  • Entfolge allen "Influencern". Sie sind deine Zeit sowieso nicht wert. Sie wollen dir Produkte verkaufen und machen dich nachweißlich depressiv.
  • Folge Künstlern und Designern, Menschen die kreieren oder dich inspirieren.

Ich verspreche dir, dass sich deine gesamte Lebenseinstellung zum Besseren ändern wird.

Smartphones sind unattraktiv und unhöflich

Heute ist ihr Display so schwarz (so schwarz) So schwarz wie ihr Haar (skurr skurr skurr) Heute ist ihr Display so schwarz (so schwarz) So schwarz so samt wie ihr Haar (eh, skurr skurr skurr)

Diese Zeilen sprechen mir aus dem Herzen und bringen das Thema auf den Punkt. Warum wird es heutzutage zelebriert und als besonders empfunden wenn ein Liebespartner lieber Zeit mit dem lyrischen Ich verbringt, statt mit einem kalten, von einem Lithium-Ionen-Akku betriebenen Stück Plastik? Sollte das nicht die Norm sein? Es wird angedeutet, dass seine Partnerin so auf ihn konzentriert ist, dass sie nicht mal auf ihr Smartphone schaut, was den Künstler hörbar erfreut. Natürlich funktioniert das nicht immer. Es gibt in jeder Beziehung langweilige Momente bei denen man sich erwischt wie man mal schnell aufs Smartphone schaut, obwohl doch allen klar ist, dass das äußerst unhöflich ist. Das gleiche gilt natürlich auch für Freunde, Familie und Geschäftskontakte. Ein Blick auf das Smartphone macht in Sekundenbruchteilen klar, dass man nicht am Gespräch interessiert ist und sich nach etwas anderem sehnt. Es ist der anderen Person gegenüber wahnsinnig respektlos und beweist nur das eigene unattraktive Suchtverhalten.

Ich bitte dich in jeglichen Situationen mit Freunden, Familie oder Partnern, dich in voller Gänze dem Moment zu widmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass alles Andere wie Push-Benachrichtigungen und "Influencer" deiner Aufmerksamkeit nicht würdig sind. Bleib bei der Sache und lebe den Moment. Du kannst später immer noch durch deinen Newsfeed swipen.

Vagabundo

Ich habe auf lucas.love bereits über Vagabundo geschrieben. Es ist mein aktuellstes Produkt und es bereitet mir immer noch enorm viel Freude es zu benutzen und weiterzuentwickeln. Viele Gedanken die ich in den oberen Abschnitten beschrieben habe, sind dort mit eingeflossen. Mir ist bewusst, dass viele der eingesetzten Taktiken von Instagram und Co. darauf abzielen möglichst viele Nutzer auf die Plattform zu locken und zu behalten. Vagabundo verzichtet auf diese Taktiken und wird deshalb wohl nie so viel genutzt werden wie seine weitaus populärere Konkurrenz.

Da eine der Ideen bei der Gestaltung war, eine Plattform zu entwickeln, die nicht so toxisch wie Instagram ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen um auf die größten Unterschiede hinzuweisen:

  • Es gibt keinen allgemeinen oder unendlichen Newsfeed, der dich durch Algorithmen in den Bann zieht und dir Werbung anzeigt.
  • Der Fokus besteht darin, Momente und Erlebnisse mit deinen engsten vertrauten wie Freunden und Familie zu teilen.
  • Es gibt keinen öffentlichen Follower- oder Like-Counter.
  • Deine Daten gehören dir. Es gibt keine Weitergabe von Daten und nach dem du sie löschst sind sie für immer verschwunden.
  • Es ist möglich Bilder, Videos, Audioaufnahmen und Texte jeglicher Länge hochzuladen.

Wenn du Vagabundo ausprobieren willst kannst du das gerne hier tun. Es ist kostenlos.