Beschäftigung in der Quarantäne

Ich sitze zurzeit in Toronto und arbeite hart an Futureland. Von mehreren Personen habe ich jetzt schon gehört, dass sie sich Zuhause zu Tode langweilen und nicht mehr wissen was sie mit der ganzen Zeit eigentlich anfangen sollen.

Auch wenn mich das selbst nicht betrifft so hat es mich angeregt darüber nachzudenken, was ich mit der aufgezwungenen Freizeit machen würde. Wie immer möchte ich mehr Dinge tun als ich eigentlich Zeit dafür habe. Ich wünschte mir der Tag hätte 48 Stunden. Es folgen ein paar Dinge die ich gerne selbst machen würde und Dinge die ich empfehlen kann.

Bücher lesen

Über die Zeit seit meinem letzten richtigen Urlaub im Oktober haben sich einige Bücher angesammelt die ich gerne lesen würde.

Es kommt mir immer so vor als hätte ich keine Zeit zum Bücher lesen. Aber hier muss ich mir wohl eingestehen, dass das nicht stimmt. Wenn ich jeden Tag 25 Minuten Zeit habe um eine weitere Serie auf Netflix zu schauen, dann hätte ich auch genug Zeit um ein Buch zu lesen. Natürlich ist es auch wichtig ein Buch zu lesen das einen interessiert.

Deshalb habe ich ein fünftes tägliches Projekt angefangen bei dem ich jeden Tag für 25 Minuten ein Buch lesen werde. Zeitung und Blog-Artikel zählen logischerweise nicht.

Eine neue Sache lernen

Wahrscheinlich liegt es am großen Einfluss von Futureland den ich gerade genieße, aber ich kann nur empfehlen endlich eine neue Sache zu lernen die einen schon immer interessiert hat oder die man gerne mal ausprobieren möchte.

Für mich war das zunächst das Schreiben. Natürlich nicht von Grund auf Schreiben zu lernen, sondern sich darin zu verbessern. Des weiteren habe ich angefangen täglich zu meditieren um mehr innere Ruhe zu erfahren und vor allem um es einfach mal auszuprobieren. Zusätzlich habe ich noch angefangen täglich eine kleine Fitness-Routine durchzuführen um wieder Treppen laufen zu können ohne aus der Puste zu kommen.

Wenn ich noch mehr Zeit hätte würde ich mit Sicherheit anfangen Zeichnen/Malen zu lernen. Auf Futureland gibt es hierzu einige Vielversprechende Projekte die alle die iPad-App Procreate benutzen. Wenn es über den Sommer nicht klappt werde ich damit hoffentlich bis zum Winter angefangen haben.

Lernen funktioniert natürlich mit allem was man sich vornimmt. Egal ob Japanisch, Grafik-Design, Programmieren, Tanzen, 3D-Modellierung oder was einem sonst noch einfällt. Zu denken, dass kann ich sowieso nicht lernen oder das ist viel zu schwer sind feige Ausreden an die ich mittlerweile nicht mehr glaube. Du solltest das übrigens auch nicht. Nimm dir was vor, bleibe dran und du wirst überrascht sein wie einfach und schnell es gehen kann.

Wandern

Gerade jetzt wo es langsam wieder wärmer wird wünschte ich, ich hätte die Zeit größere Ausflüge zu Fuß zu unternehmen. Frische Luft und eine schöne Aussicht helfen auf jeden Fall die aktuelle Situation zu verdrängen. Wenn man dann noch mit einem interessanten Gesprächspartner läuft und es schafft, bestimmte Themen zu vermeiden steht einer erholsamen Wanderung nichts im Wege. Dazu kommt noch, dass gerade Laufen und die generelle Bewegung eine willkommene Abwechslung zum Stilstand der Quarantäne darstellt. Wer sich aufhört zu bewegen und nur noch Zeit auf dem Sofa verbringt wird automatisch schlecht gelaunt. Dazu kommt noch, dass genau dieses Verhalten schlecht für unser Immunsystem ist, was ein jeder genau jetzt gut gebrauchen kann. Also raus an die frische Luft und sich die Füße vertreten.

Pflichten

Natürlich gibt es unzählige Dinge die man machen kann, die einem nicht so viel Spaß machen. Dinge die trotzdem notwendig sind. Bei mir wäre das im Moment auf jeden Fall meine Steuererklärung. Putzen, Waschen, und für andere gehört sogar Duschen zu diesen Pflichten.

Als erfahrener Home-Office-Hase weiße ich, dass es extrem wichtig ist sich Zuhause nicht hängen zu lassen. Das heißt auch wenn es niemand mitbekommt jeden Tag weiterhin duschen, sich fein anziehen, rasieren und auch wieder hinter sich sauber zu machen. Wer das nicht schafft begibt sich in eine gefährliche Schleife. Sich selbst nicht mehr ernst zu nehmen und eine schmutzige Umgebungen tragen nur dazu bei, dass man sich unwohl oder unglücklich fühlt. Diese Gefühle befeuern dieses negative Verhalten nur noch mehr und man verliert wirklich die Lust sich um sich oder sein Zuhause zu kümmern.

Video-Chat

Wer nur brav Zuhause bleibt trifft natürlich keine Freunde mehr. Das muss aber nicht so sein. Erstens haben wir die Technik dafür und zweitens sind deine Freunde gerade genau so alleine wie du. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich alle freuen werden wenn du sie einfach mal anrufst oder sogar einen Video-Chat mit ihnen startest.

Ich bin jetzt seit ich aus Bali nach Kanada geflogen bin komplett alleine. Das sind jetzt schon 4 Wochen. Um nicht komplett zu vereinsamen habe ich am Anfang sehr viel telefoniert und bin dann relativ rasch auf Video-Chats umgestiegen. Sich mit anderen Menschen auszutauschen, zu sprechen, zu lachen gehört einfach zum Mensch sein dazu. Davon kann sich auch eine introvertierte Person nicht frei machen. Soziale Kontakte sind das einzige was gegen Einsamkeit hilft.

Darum habe ich die letzten 2 Samstage jeweils eine 12 stündige Video-Konferenz mit vielen Freunden abgehalten. Wir haben viel gelacht, angeregt diskutiert und uns gegenseitig besser kennen gelernt. Ich danke allen die vorbeigeschaut haben. Das gleiche habe diesen Samstag wieder vor. Wer dazu kommen will kann das gerne unter folgendem Link tun: live.lucas.love

Ich würde mich sehr freuen dich zu sehen.